Die Chronik

 

  

1. Teil: 1949 bis 1974

Die Musikkapelle Deiningen wurde im Jahr 1949 gegründet. Sie bildete sich aus dem katholischen Männer- und Burschenverein heraus und trug in den ersten Jahren ihres Bestehens den Namen "Musikkapelle des Männer- und Burschenvereins Deiningen".  Für die Jugend gab es damals in Deiningen außer dem Schützenverein, dem Sportverein und den beiden kirchlichen Jugendgruppen nur wenig Freizeitangebote. Während der amerikanischen Besatzungszeit nach dem zweiten Weltkrieg waren außerdem die Schützenvereine in Deutschland verboten. So wurde aus der Not heraus der damalige Schützenverein Deiningen in "katholischer Männer- und Burschenverein" umbenannt.

Dieser Verein hatte aber wenig Aktivitäten aufzuweisen, so dass bei der Jugend nur geringes Interesse am Vereinsleben bestand. In der Versammlung am 29.05.1949 im Gasthaus Bühlmeier wurde deshalb von Jungmitgliedern der Vorschlag gemacht "zur Belebung des Vereins eine Musikkapelle zu gründen." Herr Josef Englert (im Bild ganz rechts) erklärte sich bereit, die Kapelle aufzubauen und die Stelle des Dirigenten zu übernehmen.
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Nach einer erfolgreichen Mund-zu-Mund-Propaganda hatten sich im Sommer 1949 ca. zwanzig junge Burschen zum Noteneinlernen zusammengefunden. Im Spätherbst des Jahres wurden bei der Produktivgenossenschaft der Graslitzer Musikinstrumentenerzeuger in Kraiburg per Sammelbestellung die ersten Instrumente angeschafft, die von den Musikern selbst bezahlt werden mussten, was ein Jahr nach der Währungsreform eine große finanzielle Belastung darstellte. Zur Mitfinanzierung von Schlagzeug und Bass wurde jedes Jahr Theater gespielt und im Frühjahr 1950 wurde in den alten Pfarrstadel durch Eigenleistung ein Probenraum eingebaut.
In den nun folgenden Wochen und Monaten wurde eifrig geprobt, jeweils dienstags und donnerstags. So konnte bald der erste Auftritt erfolgen, welcher an Weihnachten 1949 stattfand mit "Stille Nacht, Heilige Nacht". Die Kapelle spielte anfangs hauptsächlich bei kirchlichen Anlässen, entwickelte sich aber bald zu einer guten Marschkapelle und wurde mit "Durchs Egerland" schnell bekannt. Die Musikkapelle wagte sich nun auch an konzertante Musik heran und konnte mit Erfolg an Musikwettbewerben teilnehmen, wie z. B. am 23. Juli 1967 in Dunstelkingen (1. Rang in Bewertungsgruppe C).
Im Jahre 1972 legte Josef Englert aus Altersgründen den Dirigentenstab nieder, was zu einer Ruhepause von zwei Jahren und zum Neuaufbau im Jahre 1974 führte. Die Mitglieder des neu gegründeten Vereins wählten Leo Fischer zum 1. Vorsitzenden, während Fritz Kolb die Direktion übernahm. Ab diesem Zeitpunkt überkonfessionell geführt, nahm die Kapelle Musikerinnen und passive Mitglieder auf und widmete sich intensiv der Jugendausbildung.

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2. Teil: 1974 bis 1989
Ein Meilenstein in der Geschichte der Musikkapelle Deiningen war sicherlich der Beitritt zum Allgäu-Schwäbischen Musikbund am 1. Januar 1975. Außerdem schaffte man sich in diesem Jahr eine neue Tracht an und trat ab diesem Zeitpunkt im "Schwäbischen Gwand" auf.
Die Musikkapelle im "Schwäbischen Gwand" 1975
Die Auftritte mehrten sich und allein im Jahre 1975 trat man 35 mal öffentlich auf. Im Rahmen des Weihnachtskonzerts 1976 im Gasthaus Beck wurde Josef Englert als Gründer und langjähriger Dirigent der Kapelle zum "Ehrendirigenten"ernannt, zudem überreichte der ASM die Förderurkunde samt Medaille für außerordentliche Leistungen in der Blasmusik.
Einen weiteren Höhepunkt der Vereinsgeschichte bildete das 30-jährige Jubiläum der Kapelle. Karl Brenn übernahm als Vorsitzender des Festausschusses die Organisation des Festes, das im Juni 1979 in Verbindung mit dem 6. Bezirksmusikfests des ASM gefeiert wurde.
Auf Einladung der Stadt Nördlingen fuhr man im Oktober selbigen Jahres zum Bierfest nach Riom in Frankreich, wo die Kapelle zum Bayrischen Abend aufspielte. 1980 nahmen die Musiker am Wertungsspiel in Wemding teil und erreichten in der Mittelstufe einen 1. Rang. Weitere Highlights waren im Jahr 1986 das Bezirksmusikfest in Reimlingen und der Umzug in den Probenraum im neugebauten Rathaus. Auch 1988 hatte die Kapelle einen ausgewogenen Auftrittskalender. So wurde bei der Eröffnung der Sparkasse und beim 40-jährigen Vereinsjubiläum der SpVgg Deiningen gespielt.

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3. Teil: 1989 bis 1999 Josef Bosch, 1. Vorsitzender
1989 übernahm Josef Bosch das Amt des Vorstands der Musikkapelle Deiningen von Fritz Kolb. Gleichzeitig begann Markus Lettenmeier als Dirigent, der kurz zuvor mit Dieter Engelhardt die Dirigentenprüfung abgelegt hatte. Ihr Können durften die beiden schon kurz darauf beim Konzert zum 40-jährigen Bestehen der MKD unter Beweis stellen.
1990 vollzog sich ein Generationswechsel innerhalb der Kapelle. Nach teilweise bis zu 40 Jahren aktiven Mitwirkens als Musiker beendeten viele Musiker - sogar noch Gründungsmitglieder - ihre musikalische Laufbahn. Gleichzeitig wurden 18 Jungmusiker aus der Jugendkapelle in die Stammkapelle integriert. Der Altersdurchschnitt sank daher unter 18 Jahre. Von der musikalischen Seite hatte das einen Anfang bei Null zur Folge, doch Markus Lettenmeier und später Dieter Engelhardt bauten die Kapelle wieder auf.
Ein besonderes Ereignis des Jahres 1991 war die Fahrt zum Spielmannszug nach Witzwort. Diese Partnerschaft war von musikalischer und gesellschaftlicher Seite ein Glücksgriff, da beide Kapellen etwa die gleiche Größe und Altersstruktur hatten und "man sich einfach verstand". Die Verbindung wurde durch Gegenbesuche und weitere Treffen vertieft.
1992 begann mit der erneuten Trommlerausbildung eine weitere Intensivierung der Jugendarbeit. Die Ausbildung an der Trommler bietet einen idealen Einstieg zum Erlernen eines Instruments.
1996 stand die Anschaffung der jetzigen Tracht ins Haus, die nun aus Lederhosen für die Männer und Dirndl für die Frauen besteht. Im Jahre 1998 gingen wir die teilweise Erneuerung unserer Verstärkeranlage an. Für die Sänger wurden neue Boxen, Verstärker und ein Mischpult angeschafft. Somit sind wir auch technisch für die kommenden Jahre bestens gerüstet.

Ein ganz besonderes Highlight war im Jahr 1998 die Fahrt nach Lissone in Mailand auf Einladung von Carlo Monguzzi, dem Präsidenten des "Corpo Bandistico S. Cecilia Lissone". Die Musikreise, bei der ein Marsch durch die Straßen von Lissone, zwei Konzerte und ein Frühschoppen gespielt wurden, war der Auftakt zu einer Partnerschaft zwischen Kapellen unterschiedlicher Nationen. Der Gegenbesuch erfolgte 1999 beim 50-jährigen Gründungsfest der MK Deiningen.

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4. Teil: 50-jähriges Gründungsjubiläum 1999 bis jetzt

Im Jahre 1999 feierte die Musikkapelle ihr 50-jähriges Gründungsfest. Bereits im März des Jahres fand ein großartiges Konzert in der Deininger Turnhalle statt, wo bekannte Stücke aus vergangenen Jahren - neu aufgearbeitet - gespielt wurden. Der Höhepunkt des Abends war aber wohl die Aufführung des "Gefangenenchors" aus der Oper Nabucco von Giuseppe Verdi mit den Deininger Chören. Das Festwochenende ging vom 08. bis 11.Juli. Dabei fand bereits am Donnerstag eine Plattenparty und Freitag eine Rocknacht mit "Generation X" statt. Der Samstag wurde abends von einem Sternmarsch der geladenen Musikkapellen zum Rathaus mit anschließendem Gemeinschaftschor begonnen. Nach dem Bieranstich durch den Schirmherrn, Bürgermeister Stippler, spielte die Partnerkapelle aus Lissone "Corpo Bandistico S. Cecilia 1858 di Lissone" festlich auf, ehe diese von den Deininger Musikern abgelöst wurde. Die Festkapelle spielte zu einem furiosen, bunten Abend auf mit Schlagerparty und allerlei Einlagen, wie beispielsweise die Gruppe "Schtampf", die auf Müll und altem Blech rhythmische Musik herstellte. Der Sonntag startete mit einem ökumenischen Festgottesdienst im Festzelt, worauf Grußworte und Ehrungen folgten sowie eine Tanzaufführung der Trachtentanzgruppe, die am selben Wochenende ihr 25-jähriges Bestehen feierte. Wiederum die Partnerkapelle aus Lissone unterhielt die Gäste bis zum großen Gemeinschaftschor und dem anschließenden Festumzug. Den Festnachmittag gestaltete dann die befreundete Stadtkapelle aus Harburg, bis abends "Die Störzelbacher" zum Ausklang aufspielten.

Mit viel Begeisterung absolvierten wir 2000 die zahlreichen Feuerwehrfeste im Ries. Insbesondere das Pfäfflinger und Deininger Fest bleiben uns in guter Erinnerung, da das ganze Zelt mitfeierte und den ganzen Festnachmittag eine Bombenstimmung herrschte.

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Weitere große Highlights 2001 waren unser Frühjahrskonzert, wo ein Lied von Rolf Zukowski mit dem Deininger Schulchor aufgeführt wurde, das Feuerwehrfest in unserer Nachbargemeinde Grosselfingen und der Besuch im Osten der Republik, in Großrhöda, wo ein Bayrischer Abend mit großem Erfolg gespielt wurde.

Die Rieser Kulturtage 2002 standen ganz im Mittelpunkt von Deiningen, wo die Musikkapelle an der Eröffnung in der Schulturnhalle teilnahm.

Das erste Augustwochenende stand ganz im Zeichen von Nordfriesland, denn es wurde der Spielmannszug von Langenhorn, nördlich von Husum, besucht. Am 7. Dezember fand das Jahreskonzert der Musikkapelle statt, wobei hier die Jugendkapelle mit Trommlern und Musikschülern den ersten Teil allein gestalteten, dafür aber die Stammkapelle mit den bisher wohl anspruchsvollsten Stücken aufwartete, die je in der Deininger Kapelle gespielt wurden.

Im Jahr 2003 konnten wir unsere Qualitäten als Stimmungskapelle voll zur Geltung bringen. Das Feuerwehrfest in Holzkirchen, wo wir am Samstag das Abendprogramm gestalteten und sonntags ganztägig Festkapelle waren, lief bestens, die Stimmung kochte über. Auch in Grosselfingen beim Bunten Abend kamen wir sehr gut an, wo wir neben der Einlage von HR4B auch für den exklusiven Auftritt von Schtampf viel Applaus bekamen. Die größte musikalische Herausforderung stellte sich wohl am folgenden Tag, wo wir in Gosheim den ganzen Sonntag Unterhaltungsmusik lieferten und zum ersten Mal in der Geschichte der Deininger Musikkapelle den Großen Zapfenstreich aufführten. Eine Woche hatten wir Zeit, uns zu erholen, denn am folgenden Wochenende gaben wir bereits in Dürrenzimmern wieder unser Bestes. Am letzten Juliwochenende kamen dann unsere Langenhorner Freunde zu Besuch ins Ries, wo es viel zu feiern gab und gemeinsame Auftritte auf dem Diakoniefest und in Wemding absolviert wurden. Ende Oktober gaben wir der Verleihung des Rieser Kulturpreises in der Deininger Turnhalle den musikalischen Rahmen, nachdem wir im vorherigen Jahr wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatten.  

Nach den vorigen "harten" Jahren, wo fast jedes Wochenende ein Umzug oder ein Festkapellenauftritt zu Buche stand, läuft das Jahr 2004 eher gemächlich. Besonders hervorzuheben sind jedoch das Konzert der Jugendkapelle am 15. Februar im Gasthaus Beck, wo die Jugend bei Kaffee und Kuchen ihre eingeübten Stücke zum Besten gaben. Am Wochenende vom 04.- 06. Juni war die Stammkapelle für das Festprogramm in Rudelstetten zuständig, während die Jugendkapelle ein Probenwochenende mit viel Spaß und Action in Ramsberg am Brombachsee verbrachte. Es folgte das gigantische Festival der Feuerwehr Fessenheim am 27. Juni, wo unsere technischen Möglichkeiten an und über die Grenzen kamen. Desweiteren sorgte die MKD am 25-jährigen Gründungsfest des FC Pfäfflingen für Unterhaltungsmusik am Sonntag.

2005 konnte sich die Deininger Musikkapelle bei ihren Auftritten in Polsingen. sowie am 19. Juni in Löpsingen und am 03. Juli in Dürrenzimmern weiterempfehlen und sogar kurzzeitig in der Sendung des Bayrischen Fernsehens "Bayern feiern" im Beitrag vom Löpsinger Feuerwehrfest zu sehen war.

Am 4. Februar 2006 veranstaltete die Jugendkapelle zum ersten Mal alleine ein Konzert, an dem alle Kinder und Jugendlichen, die sich gerade in einer Musikausbildung befinden, also Trommler, Musikschüler und Jugendkapelle, ihr Können zum Besten gaben mit sehr großem Erfolg. Am 10. März war es soweit: Die Deininger Musiker reisten zu ihren Kameraden nach Mönchsdeggingen und nahmen deren Patenbitte für das bevorstehende Musikfest in Mönchsdeggingen 2007 entgegen, nachdem eine gemeinsame, beeindruckende Probe stattgefunden hatte. Ein weiteres Highlight war die Hochzeit unserer beiden Musiker Bernd und Bianca Liebhäuser am 06. Mai 2006. Umzüge in Hainsfahrt, Wolferstadt und Dornstadt wurden absolviert, ebenso wie das Mitwirken beim Stabenfest und beim Musikfest der Musikkapelle Riesbürg. In gewohnter Manier bestritten wir die Festkapellen-Auftritte bei den Schützen in Löpsingen und in Bühl. Nach dem Diakoniefest war der Höhepunkt des Jahres mit der Fahrt zu unserer Partnerkapelle, dem Spielmannszug aus Langenhorn/Nordfriesland zu deren Jubiläumsfest erreicht, wo wir schöne Stunden und zudem einen tollen Auftritt zusammen mit der Tanz- und Musikgruppe aus Ungarn erleben durften. 

                            
Auf der Generalversammlung für das Jahr 2005 am 17.11.2006 beendete Josef Bosch nach 18 Jahren seine Laufbahn als erster Vorstand der Musikkapelle Deiningen. Als Nachfolger wurde Bernd Liebhäuser gewählt, der zusammen mit Corina Hahn als 2. Vorstand das neue Führungsteam des Vereins bildet.   
2007 gestaltete die Stammkapelle zusammen mit der Jugendkapelle ein Frühjahrskonzert. Im Juni fuhren wir nach Heuckewalde/Thüringen und brachten eine richtig bayrische Stimmung in die Festhalle von Familie Wagner. Es folgten mehrere Auftritte bei Festumzügen. Ein besonderes Wochenende erlebten wir als Patenkapelle für den Mönchsdegginger Musikverein beim Bezirksmusikfest, wo wir jeden Tag vertreten waren und uns am Festsonntag nicht nur mit Stimmungs- sondern auch mit hervorragender Böhmisch-Mährischer Blasmusik präsentieren konnten.  
   

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